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Zimmerleute küren ihr «national team Holzbau»

Vom 17. bis 19. August führte das «national team Holzbau» seine zweijährlich stattfindende Schweizermeisterschaft der Zimmerleute durch. Im neu erstellten Bildungszentrum Holzbau in Frutigen massen sich die 13 qualifizierten Berufsleute an zwei anspruchsvollen Aufgaben. Die besten fünf haben die Chance, im nächsten Jahr an den Europameisterschaften der Zimmerleute in Luxemburg teilzunehmen.

Sie sind noch keine 20 Jahre alt, haben diesen Sommer ihre Berufslehre zum Zimmermann beendet oder stehen am Anfang ihres letzten Lehrjahres. 13 junge Zimmermänner haben sich aus rund 30 Teilnehmern an einem dreitägigen theoretischen Training für die Endrunde im Bildungszentrum Holzbau in Frutigen qualifiziert. Vom 17. bis 19. August mussten sie zwei anspruchsvolle Modelle bauen, um herauszufinden, wer sich «Schweizermeister der Zimmerleute 2017» nennen darf. Er heisst Remy Forster aus Troinex im Kanton Genf, der in beiden Aufgaben die höchste Punktzahl erreichte. Auf den zweiten und dritten Platz auf dem Siegertreppchen konnten der Berner Rafael Bieler und Phil Fehse aus dem thurgauischen Niederneunforn steigen.

Aufgabe auf «Polierniveau»

Am ersten Wettkampftag mussten sie innert acht Stunden ein Modell bauen, das in etwa einer Lehrabschlussprüfung entsprach. «Das war so etwas wie eine Aufwärmrunde», erklärt dazu Experte Adrian Wenger und ergänzt: «Die zweite Aufgabe war extrem schwierig und bewegte sich schon auf dem Niveau eines Polierauftrages.» Die Zimmermänner mussten das Modell eines komplizierten Dachstuhls mit Lukarne erstellen. Beim Aufzeichnen, Anreissen und Abbinden dieses Modells war für die jungen Berufsleute so höchste Konzentration gefordert. In zwei Tagen hatten sie dazu rund 14 Stunden Zeit.

Vom WorldSkills-Experten juriert Juriert

wurden die Arbeiten bereits ein erstes Mal nach dem Abbinden (Fachjargon für das Zuschneiden und Hobeln) der komplizierten Einzelteile. Geprüft wurde millimetergenau wie stimmig die Hölzer geschnitten und gehobelt worden waren. Nach dem Aufrichten (Zusammenbauen) des Modells wurde dann eine zweite Bewertungsrunde durchgeführt. «Die grösste Herausforderung für die Zimmermänner war sicher, über die ganzen drei Arbeitstage die volle Konzentration aufrecht zu erhalten und keine Flüchtigkeitsfehler zu machen», stellt Jurymitglied Adrian Wenger fest, «zumal die die jungen Männer vor Publikum arbeiten mussten.»

Der 32-jährige Berner kennt diese Anspannung sehr gut, ist er doch aktuell damit beschäftigt, als Experte seinen Kandidaten Florian Nock für die WorldSkills in Abu Dhabi vorzubereiten. Dieser habe zum Glück ein gutes Selbstbewusstsein und könne mit dem Druck gut umgehen, meint er und geht so mit grossen (Medaillen-)Erwartungen im Oktober an die Berufs-Weltmeisterschaften. Chance auf die Europameisterschaften in Luxemburg Remy Forster, Rafael Bieler und Phil Fehse haben diese Herausforderung in Frutigen am besten gemeistert. Für sie, Manuel Müller (4.) und Marco König (5.) war dies jedoch erst der Anfang. Diese fünf werden sich im kommenden Frühjahr weiteren 2 bis 4 Vorausscheidungen stellen. Die drei besten aus diesen Wettkämpfen bekommen dann die Chance im September 2018 als «national team Holzbau» für die Schweiz an den Europameisterschaften der Zimmerleute in Luxemburg teilzunehmen.

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