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Netzwerkende Brüder mit Meister-Gen

Sie sind Brüder und haben den gleichen Beruf erlernt. Beide haben erfolgreich die Berufsmaturität absolviert und im Informatikbereich studiert. Beide haben an WorldSkills teilgenommen und engagieren sich gemeinsam als Chefexperten bei den Berufswettbewerben der ICT-Branche. Seit Anfang 2019 arbeiten sie sogar in derselben Firmengruppe, beide in Führungspositionen. Und sie leben beide in Schaffhausen. Nein, Zwillinge sind sie nicht und so ähnlich sich ihre Lebensläufe zu sein scheinen: Tobias und Florian Meier teilen zwar viele Gemeinsamkeiten, unterscheiden sich jedoch in der Vorstellung ihrer weiteren beruflichen Laufbahn. 

Von klein auf technikbegeistert

«Unser Vater war als Geschäftsführer eines Druckereiunternehmens immer technikbegeistert und hatte sich schon früh einen Computer angeschafft», erzählt Tobias Meier, mit 29 Jahren der jüngere der beiden Meier-Brüder: «Natürlich kamen wir damit in Berührung und die Begeisterung schwappte über.» Auch sein zwei Jahre älterer Bruder Florian wollte schon von klein auf Informatiker werden, wie er sagt. Alles habe mit dem Gamen begonnen, habe über das Programmieren von einfachen Webseiten und Applikation schliesslich zur Berufslehre geführt. Beide haben danach die Berufsmaturität absolviert und danach ein Bachelorstudium an der ZHAW Winterthur, Tobias in der Fachrichtung Informatik, Florian in Wirtschaftsinformatik.

An den WorldSkills 2009 und 2011

Schon während der Berufslehre haben die beiden erfolgreich an Berufsmeisterschaften mitgemacht und die Schweizer Netzwerkerszene quasi zur Familienangelegenheit gemacht. Gestartet damit hat Florian mit dem Vize-Schweizermeistertitel 2007 an den er dann 2008 den Meistertitel anhängte. In diesem Jahr wurde Tobias Vize-Schweizermeister und löste seinen Bruder ein Jahr später als Schweizermeister ab. Beide qualifizierten sich für die WorldSkills und lieferten auch dort 2009 (Florian, Bronzemedaille in Calgary) und 2011 (Tobias, 4. Schlussrang in London) hervorragende Resultate ab. In der Vorbereitung hätten sie sich jeweils gegenseitig unterstützt und gepusht, erinnern sich beide. Als «prägend und entwicklungsfördernd» hat Tobias die Teilnahme erlebt, während Florian das damalige SwissSkills Team als «einfach super» hervorhebt.

Gleiches Unternehmen, verschiedene Karrierevorstellungen

«Durch das damals Gelernte verfüge ich heute über ein sehr breites aber auch tiefes Wissen», erzählt Florian. Beide betonen zudem besonders, dass sie gelernt hätten mit Stresssituationen und hohem Druck umzugehen. Als weitere wichtige Eigenschaften sehen beide detailgenaues Arbeiten und eine gesunde Portion Ehrgeiz. Kein Wunder also, dass sie auch im Berufsalltag so richtig durchgestartet sind.

Florian arbeitet seit Lehrbeginn im selben Betrieb und ist nach Bereichsleitungen, der Gründung neuer Geschäftszweige seit 2018 Mitglied im Verwaltungsrat der MTF Schweiz AG, einem der grössten IT-Systemhäuser der Schweiz. Eine steile Karriere, die zum Lebenslauf des 31-Jährigen passt und die er ebenso gradlinig weiterführen will. Er steht nämlich als Nachfolgekandidat für den jetzigen CEO der MTF Swiss Cloud (die er notabene mitgegründet hat) sowie der Schaffhauser Niederlassung von MTF Schweiz bereits in den Startlöchern.

Tobias hingegen hat nach seinem Aufstieg in die Geschäftsleitung seines Lehrbetriebs ein paar weitere Stationen eingebaut. So arbeitete er als Dozent für Informatik an einer höheren Fachschule, gründete 2018 mit einem Studienkollegen ein erfolgreiches Start-Up für Softwareentwicklung im Bereich der künstlichen Intelligenz, bevor er Anfang 2019 als Chief Technology Officer bei MTF Data eine Führungsposition in derselben Unternehmensgruppe wie sein Bruder übernahm. «Was die Zukunft bringt kann niemand sagen», will er sich jedoch noch nicht zu seiner weiteren beruflichen Laufbahn festlegen: «Vorerst habe ich eine Mission bei der MTF Data – vielleicht zieht es mich danach wieder in die Softwareentwicklung.»

Was er und sein Bruder dem SwissSkills Team mit auf den Weg geben, deckt sich so auffallend mit den Lebensläufen der beiden: «Die WorldSkills sind erst der Anfang eurer Karriere. Bleibt stets wissenshungrig und offen für Neuerungen.»