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Berufs-Profis lernen blind zu vertrauen

Um an Berufs-Weltmeisterschaften erfolgreich zu sein, ist die Zusammenarbeit zwischen den Wettkämpfern und ihren Experten entscheidend. Für das SwissSkills Team war genau dies Hauptthema am zweiten Teamweekend, zu dem sich die gesamte Schweizer Delegation für Abu Dhabi anfangs April in Spiez zusammengefunden hat. In verschiedenen Arbeitssequenzen wurde geübt, wie man auf unterschiedliche Weise kommunizieren und sich so aufeinander verlassen kann.

In 36 verschiedenen Berufen tritt die Schweizer Berufs-Nationalmannschaft im Oktober bei den WorldSkills in Abu Dhabi an.

Das bedeutet, das SwissSkills Team besteht aus ebensovielen kleinen Teams, für jeden Beruf ein oder zwei Wettkämpferinnen und Wettkämpfer zusammen mit einer Expertin oder einem Experten. Neben dem fachlichen Können ist deshalb ein entscheidender Erfolgsfaktor, dass Kommunikation und gegenseitiges Vertrauen optimal funktionieren.
Genau zu diesem Thema fand am vergangenen Wochenende das zweite Teamweekend der Schweizer Delegation statt. Im Ausbildungszentrum für die Schweizer Fleischwirtschaft (ABZ) in Spiez haben die rund 90 Delegationsmitglieder in verschiedenen Arbeitssequenzen an ihren kommunikativen Fähigkeiten gearbeitet.

Blind vertrauen und Türme bauen

«Ich habe mich etwas komisch gefühlt, irgendwie hilflos», erzählt Fabienne Niederhäuser (21), Gipserin-Trockenbauerin aus Lützelflüh, nachdem sie von ihrem Experten Rudolf Mösching mit verbundenen Augen und nur durch Sprachanweisungen durch einen Parcours geführt worden war. Im zweiten Durchgang wurden die Rollen vertauscht und der Gstaader wurde blind von seiner Kandidatin geführt: «Das war eine tolle Erfahrung. Ich staunte, wie wir beim zweiten Mal schon ein viel besser eingespieltes Team waren. Wir haben zwei Posten mehr geschafft.» Man sei komplett auf seinen Partner angewiesen und lerne, einander zu vertrauen, ergänzte der 43-Jährige, der schon seit 15 Jahren für SwissSkills als Experte aktiv ist.

In einer weiteren Sequenz mussten bunt zusammengewürfelte Teams ohne miteinander zu sprechen einen möglichst hohen Turm nur aus Papierblättern und Klebeband bauen. Nicht die abenteuerlichen Konstruktionen waren das Ziel der Übung, vielmehr lernten die Teams sich ausschliesslich mit Zeichen zu verständigen und Hand-in-Hand zu arbeiten.

Es läuft super im Team

Auch Jannic Schären (21), Elektroniker EFZ aus bernischen Gerzensee hatte einen «coolen Eindruck» vom Teamweekend, wie er sagt: «Ich konnte mit meinem Experten Markus Lempen audiative Wahrnehmung (Sinneswahrnehmung über Schallschwinungen, z. B. via Luft, Wasser oder Vibration, Red.) trainieren, das klappte sehr gut und ich habe das Gefühl, dass es super läuft bis jetzt.»

Die gezielte Förderung des Teamgeists trägt schon jetzt Früchte. Nicht nur, dass sie viele wertvolle Informationen dazu erhalte, was sie in Abu Dhabi erwartet, helfe ihr sehr, sagt Fabienne Niederhäuser dazu: «An diesen Teamweekends können wir uns alle kennen lernen und wir sind schon jetzt ein tolles Team, sind füreinander da und helfen uns gegenseitig.»

Unterstützung vom Bund

Vom Teamgeist und dem grossen Engagement der jungen Berufsleute beeindruckt zeigte sich Jean-Pascal Lüthi, Vizedirektor des Staatssekretariats für Bildung, Forschung und Innovation SBFI am gemeinsamen Abendessen der Delegation mit Sponsoren und Gästen. Als Leiter der Abteilung Berufliche Grundbildung und Maturitäten überbrachte er eine Grussbotschaft des Bundes und sicherte zu, die zuständigen Bundesstellen würden SwissSkills auch weiterhin in ihrer Arbeit unterstützen. An den diesjährigen WorldSkills in Abu Dhabi wird sogar eine Delegation das SwissSkills Team am Wettbewerb besuchen, um die Schweizer Wettkämpferinnen und Wettkämpfer in Aktion zu sehen.

Vorerst aber beginnt für das ganze Team jetzt die intensive Traniningsphase. Ergänzend dazu sind Mitte Mai und Anfang Juli weitere Teamweekends geplant.

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