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Mechanische Höchstleistungen beinahe ohne Maschinenlärm

Vier Tage lang haben 24 junge Polymechaniker an der Fachmesse Swisstech in Basel mit grossem Eifer hochpräzise Metallteile hergestellt. Am erfolgreichsten waren Sandro Burkart (Automation), Tobias Meyer (CNC-Fräsen) sowie Raphael Bichet (CNC-Drehen). Die drei Schweizermeister werden unser Land an den WorldSkills London 2011 vertreten.

Verblüffend leise gingen die 24 Kandidaten in der Ausstellungshalle der Messe Basel ans Werk. Und das lag nicht nur an den gut lärmgedämpften Maschinen, sondern auch an der ruhigen Vorgehensweise der jungen Polymechaniker. Gerhard Vogelbacher, Leiter Grundbildung von Swiss Mechanic, hat dafür eine simple Erklärung: «Wer nervös wird und nicht mehr jeden einzelnen Arbeitsschritt minutiös plant, sondern einfach wild drauflos jagt, hat überhaupt keine Chance, am Schluss vorne mit dabei zu sein.» Zu gross ist der Zeitverlust für die Korrektur gravierender Fehler. Hinzu kommt, dass in dieser Berufsgattung nicht Millimeter, sondern Hunderstel- und Tausendstelmillimeter über die Vergabe von Punkten entscheiden.

Drei Disziplinen

Der Beruf des Polymechanikers ist 1998 aus der Verschmelzung von fünf mechanisch-technischen Berufen entstanden. An den Schweizer Meisterschaften gibt es analog zu den WorldSkills drei Disziplinen: erstens die konventionelle Fertigung, kombiniert mit der Montagetechnik, zweitens das CNC-Fräsen und drittens das CNC-Drehen.

Aufwändige Fehlersuche

Bei der konventionellen Fertigung werden die Maschinen zur Bearbeitung der Metallteile primär von Hand bedient. Obwohl automatische Einstellhilfen und Mechanismen die Präzisionsarbeit erleichtern, ersetzen sie die Handarbeit nicht. Die acht Kandidaten mussten aufgrund von Plandaten ein Maschinenwerkzeug herstellen, dieses auf einer Grundplatte montieren, mit pneumatischer Technik verbinden und mit Hilfe einer Computersteuerung schliesslich auch noch zum Laufen bringen. Die besondere Herausforderung: Die Programmierung der Steuerung enthielt bewusst Fehler, die von den Kandidaten gefunden und behoben werden mussten, damit das Werkzeug automatisch funktionierte.

Umsetzung von Hand unmöglich

Die CNC-Fräser und -Dreher bekamen jeden Morgen eine neue Aufgabe vorgesetzt. Anhand der Pläne mussten sie die komplexen Teile analysieren, Werkzeuge auswählen und dann die Fertigung programmieren. Alle Aufgaben enthielten knifflige Radien und Übergänge, die unmöglich von Hand gemacht werden konnten. Sie mussten zwingend berechnet und programmiert werden. Mit Hilfe eines Postprozessors wurden die Programmdaten schliesslich in die Maschinensprache übersetzt und ausgeführt.

Publikumsmagnet

Die Schweizer Berufsmeisterschaft der Polymechaniker fand zum dritten Mal an der Swisstech in Basel statt. Nach einem Pilotprojekt 2006 entschied der Verband Swiss Mechanic als Dachorganisation mechanisch-technischer Berufe vor zwei Jahren, für die Austragung der Schweizer Meisterschaft langfristig auf die Fachmesse zu setzen. Dieser Beschluss macht sich bezahlt, denn die offene Meisterschaftswerkstatt zieht ein grosses Publikum an, das mit den Wettkämpfern mitfiebert.

Ranglisten

Automation (konventionelle Fertigung und Montagetechnik)

Gold Sandro Burkart, RUAG Aviation, Emmen/LU
Silber Michael Durrer, Ruag Schweiz AG, Alpach/OW
Bronze Elio Cioldim, Ruag Schweiz AG, Lodrino/TI

CNC-Fräsen

Gold Tobias Meyer, Sauter Bachmann AG, Netstal/GL
Silber Severino Moon, Hamilton AG, Bonaduz/GR
Bronze Aaron Kunz, Müller Martini, Zofingen/AG

CNC-Drehen

Gold Raphael Bichet, Heinz Kaiser AG, Rümlang/ZH
Silber Christoph Flühmann, Universität Bern, Bern/BE
Bronze Simon Schmid, FAES AG, Wollerau/SZ

Best of all

Gold Tobias Meyer, Sauter Bachmann AG, Netstal/GL
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