Skip to navigation (Press Enter) Skip to main content (Press Enter)

Die kreativsten Bäcker/innen der Schweiz

Die besten Lehrabgänger jedes Kantons trafen sich vom 15. – 17. November in der Fachschule Richemont in Luzern. In nur 5 Stunden mussten die 25 Bäckerinnen und Bäcker sechs anspruchsvolle Aufgaben erfüllen und ihre Produkte danach möglichst attraktiv präsentieren. Gebackene Kunstwerke von höchster Qualität zeigten die jungen Berufsleute dabei.
Den Titel der kreativsten Bäckerin der Schweiz im Jahr 2010 konnte am Ende die Waadtländerin Deborah Reynaud, ausgebildet bei der bekannten Grossbäckerei JOWA SA in Ecublens, für sich in Anspruch nehmen.

Kunstvoll geflochtene Zöpfe, Spezialbrote aus Bauernbrotteig, zwei Sorten Kleinbrote, Hefesüssteig- und Blätterteiggebäcke sowie die allseits beliebten Haselnuss-Makronen mussten hergestellt werden. «Alles Produkte aus der täglichen Arbeit», erklärt dazu Werner Hürlimann, Leiter Bäckerei an der Fachschule Richemont, «in erster Linie ist bei diesen Aufgaben aber die kreative Umsetzung gefragt, hier können sich die jungen Bäckerinnen und Bäcker so richtig ausleben.» Dieser Aspekt des Berufes spielt eine immer wichtigere Rolle, denn nur so können auch kleinere Betriebe vom Angebot der Grossverteiler abheben. Und die Resultate sprechen für sich: Wahre Kunstwerke mit vielen fantasievollen Details schmeicheln nicht nur dem Gaumen, sie sind auch ein Genuss fürs Auge.

Stetig steigender Frauenanteil

Auffällig im Feld der Teilnehmenden ist der hohe Frauenanteil. Gerade mal 4 Männer sind an den diesjährigen Berufsmeisterschaften vertreten, mehr als 80% der Teilnehmenden sind so junge Frauen mit den besten Lehrabschlüssen in ihren Kantonen. «Das Bäcker-Berufsbild hat sich in den letzten Jahren deutlich verändert», meint dazu Walter Bösch, Direktor der Fachschule Richemont und ergänzt dazu: «Durch technische Hilfsmittel ist die körperliche Arbeit deutlich leichter geworden. Zudem können viele – auch kleinere – Betriebe dadurch angenehmere Arbeitszeiten realisieren: Der Bäcker, der bereits um zwei Uhr morgens in der Backstube steht, gehört weitgehend der Vergangenheit an. Vielleicht», so Bösch weiter, «wählen darum immer mehr Frauen diesen Beruf.»
Und vielleicht liegt im stetig wachsenden Frauenanteil auch der Grund, dass mit soviel Liebe zum Detail gearbeitet wird. Denn mit jedem Jahr ist eine Steigerung in der kreativen Qualität der Meisterstücke zu verzeichen, bestätigt Experte Werner Hürlimann.

Aussergewöhnliche Ausbildungswege inklusive

Auch die Männer zeichnen sich durch aussergewöhnliche gestalterische Fähigkeiten aus. So wurde der Bündner Luzius Stricker, neben der Bronzemedaille mit dem Sonderpreis Gestaltung ausgezeichnet. Er absolvierte die Lehre im Tessin, um die italienische Sprache zu erlernen, besuchte erfolgreich die Berufsmittelschule und will nun ein Studium beginnen. Ein eindrückliches Beispiel, wie viele Möglichkeiten leistungswilligen jungen Lernenden offenstehen, wenn sie eine berufliche Grundbildung wählen.

Rangliste

Gold Deborah Reynaud, JOWA SA, Romanel-sur-Lausanne/VD
Silber Daniela Zellweger, Bäckerei-Konditorei Abderhalden, Urnäsch/AR
Bronze Luzius Stricker, Tiziano Pasticceria Sagl, Morcote/TI
Alle Bilder in dieser Galerie anzeigen