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«Als Chefexperte muss ich für alle schauen»

Vom 4. bis 8. März trafen sich die Delegierten und Experten aller teilnehmenden Länder der diesjährigen EuroSkills zum Vorbereitungstreffen, dem Competition Preparation Meeting, in Budapest. Michael Hess ist bereits zum zweiten Mal als Chefexperte bei den Gipsern-Trockenbauern mit dabei und kann heute schon deutlich entspannter an seine Aufgaben herangehen.

«Alles war sehr gut organisiert. Ich kann mit einer engagierten Workshopmanagerin zusammenarbeiten und das sind sehr gute Voraussetzungen für den Wettkampf», resümiert Michael Hess das Competition Preparation Meeting. Zusammen mit allen Delegierten und Experten der teilnehmenden Nationen war er Anfang März in Budapest, um die Wettkämpfe im kommenden September vorzubereiten.

Mit Erfahrung läuft es entspannter ab

Vor zwei Jahren in Göteborg war der heute 38-jährige Berner zum ersten Mal als Chefexperte mit dabei. Er habe sich damals etwas Sorgen gemacht, ob er mit dem perfekten Oxford-Englisch der Verantwortlichen von WorldSkills Europe wirklich zurechtkomme. Heute kann er damit deutlich entspannter umgehen, dank seiner guten Englischkenntnisse und weil er aus Erfahrung weiss, dass er mit seinen Expertenkollegen letztlich genügend Spielraum hat, um etwaige Probleme während des Wettkampfs unkompliziert lösen zu können. So ging er gut vorbereitet an dieses Meeting, hatte ein fixfertiges Projekt inklusive CAD-Plänen mit dabei und konnte mit seinem niederländischen Deputy Chief Expert (seinem Stellvertreter) die Details zur Wettbwerbsaufgabe schnell und effizient klären. Sehr zufrieden ist er zudem mit seiner Workshopmanagerin, die für die Organisation der gesamten Infrastruktur zuständig ist. Mit ihr konnte er die baulichen Massnahmen wie Strom- und Wasseranschlüsse, aber auch Fragen zu Materialart und -menge klären. Hilfreich dabei ist sicher, dass diese als technische Mitarbeiterin beim Materialsponsor Rigips arbeitet und die beiden so fachlich auf Augenhöhe miteinander sprechen konnten.

Probleme lösen ‚Made in Switzerland‘

Dass dies entscheidend sein kann, weiss Michael Hess noch von seinem Einsatz 2016 in Göteborg. Dort war nämlich das falsche Arbeitsmaterial geliefert worden. Als er dies mit den Verantwortlichen habe lösen wollen, habe es geheissen «das gibt es nicht, das können wir nicht beschaffen», erinnert er sich. Daraufhin hat er kurzerhand seinen Lieferantenkontakt in der Schweiz aktiviert – innert zwei Tagen war das richtige Material auf dem Platz. «Jetzt haben wir alles ganz klar definiert und mit der Unterstützung der Workshopmanagerin sollte dieses Mal alles optimal klappen», ist er überzeugt.

Herausforderung kurz vor dem Wettkampf

Eine knifflige Aufgabe erwartet ihn sicher noch kurz vor dem Wettkampfstart, weil das Projekt laut Reglement um 30% verändert werden muss. Innert zwei Tagen muss er dann die aufwendig erstellten Bewertungs- und die Planunterlagen anpassen, vielleicht sogar anderes Arbeitsmaterial organisieren. Die Herausforderung wird dabei sein, abzuschätzen welche Änderungen gut umsetzbar sind. Für ihn ist dabei wichtig, dass diese Fragen im gesamten Expertengremium gemeinsam geklärt werden. Als Chefexperte gehört es zwar zu seiner Aufgabe, dazu Vorschläge zu machen. Solche Entscheidungen dürften aber auf keinen Fall allein in seiner Hand liegen, sagt er und betont: «Als Chefexperte darf ich nicht in meinem oder etwa im Sinne meines Kandidaten entscheiden, sondern muss für alle schauen, damit auch für alle ein fairer Wettkampf gewährleistet ist.»

Die Schweiz stellt zusätzlich zu Michael Hess noch drei Chefexperten und einen stellvertretenden Chefexperten an den EuroSkills Budapest. Es sind dies:

Roger Gabler, Chefexperte Spengler
Susan Meier, Chefexpertin Kosmetikerin
Adrian Sommer, Chefexperte Elektroinstallateur
Paul Sidler, Stv. Chefexperte Land- und Baumaschinenmechaniker