WorldSkills-Familie wächst stetig

25.06.12

Die Mitgliederzahl von WorldSkills International (WSI) wächst stetig und markant, allein in den letzten drei Jahren um rund 10 auf heute 61 Nationen. Was bedeutet dies für den wichtigsten internationalen Berufswettbewerb und für die Schweizer Delegation? Rico Cioccarelli, Technischer Delegierter von SwissSkills erzählt, wie er diese Entwicklung einschätzt.

Als 1950 die ersten Berufs-Weltmeisterschaften in Spanien durchgeführt wurden, bestand das Organisationskomitee gerade mal aus zwei Ländern – Portugal und Spanien. Die Schweiz war ab 1953 mit dabei. Heute sind es bereits 61 Nationen, die sich bei WorldSkills International (WSI) aktiv für die Durchführung von Berufs-Weltmeisterschaften engagieren.

Rico Cioccarelli, worauf führen Sie das wachsende Interesse an den WorldSkills Competitions zurück?

Ich sehe zwei Hauptgründe für das zunehmende Interesse: WorldSkills International ist als Organisation deutlich professioneller geworden und konnte den Kontakt zu Mitgliedern und interessierten Nationen laufend verbessern.

Zum Zweiten gewinnt das Thema Berufsbildung in immer mehr Ländern an Bedeutung. Gerade dort, wo ein Berufsbildungssystem erst im Aufbau begriffen ist, bietet die Teilnahme an WorldSkills Competitions viele Vorteile inbezug auf Wissenstransfer und Erfahrungsaustausch.

Welche Auswirkungen hat dieser Mitgliederzuwachs auf die Austragungsorte und die Durchführung von WorldSkills Competitions?

Wenn 1000 Wettkämpfer, 1000 Expert/innen sowie 500 Offizielle untergebracht, und die Infrastruktur für über 50 Berufs-Wettbewerbe bereitgestellt werden müssen, nimmt dies schon beinahe olympische Dimensionen an. Der organisatorische und finanzielle Aufwand ist enorm und dies macht es zunehmend schwieriger, geeignete Austragungsorte und Organisatoren zu finden.

Was bedeutet dieser Trend für SwissSkills?

SwissSkills ist von dieser Entwicklung in vielerlei Hinsicht direkt betroffen. Die internationale Konkurrenz steigt mit jedem neuen Mitglied und wird ständig stärker. Um weiterhin einen Spitzenplatz im internationalen Vergleich zu behalten, heisst das für uns, dass wir unsere Kandidaten und Experten noch besser und intensiver vorbereiten müssen.

Dies bedeutet neben steigenden Kosten für die direkte Teilnahme auch einen deutlich höheren Aufwand für die Teamvorbereitung. Wo wir früher noch mit zwei Teamweekends durchgekommen sind, planen wir heute beispielsweise deren vier und auch organisatorische Anlässe wie der Materialverlad werden für zusätzliche Vorbereitungssequenzen genutzt. Von der gleichen Entwicklung sind natürlich auch die Organisationen der Arbeitswelt betroffen, die uns die Teilnehmenden stellen.

WSI rechnet bis ins Jahr 2020 mit einer Mitgliederzahl von mindestens 70 Nationen. Wie beurteilen Sie persönlich diese Entwicklung?

Natürlich stellt ein stetiger Zuwachs von Mitgliedern alle Beteiligten vor neue, grosse Herausforderungen.

Was jedoch viel wichtiger ist: Dank WSI gewinnt die Berufsbildung in immer mehr Ländern an Bedeutung und wird als Investition in die Zukunft erkannt. WSI bringt alle zwei Jahre fast 1000 junge Menschen zusammen, die sich friedlich im Wettbewerb messen. Das allein verdient schon höchste Anerkennung – für SwissSkills bedeutet es Motivation, sich weiterhin engagiert für das duale Berufsbildungssystem in der Schweiz einzusetzen.

zurück

Impressionen