„Es ist fast magic, wie‘s bei euch läuft“

26.04.12

SwissSkills hat für eine Delegation aus Grossbritannien eine Tour durch die schweizerische Berufsbildungslandschaft organisiert. Die Gäste zeigten sich sehr beeindruckt vom Zusammenspiel zwischen Ausbildung und Wirtschaft.

Unsere jungen Berufsleute vermochten in den letzten Jahren an den Berufs-Weltmeisterschaften immer mit herausragenden Leistungen zu überzeugen. Durch die WorldSkills London 2011 hat sich der Dialog zwischen der Schweiz und Grossbritannien zum Thema Berufsbildung intensiviert. Dies ist der Grund, weshalb die Briten nun mehr über unser duales System erfahren und sich vor Ort gleich selbst informieren möchten.

Legale „Betriebsspionage“

SwissSkills hat für eine Delegation von 10 interessierten WorldSkills-Experten und Bildungsverantwortlichen aus Grossbritannien ein umfassendes Programm zusammengestellt. Vom 23. bis 26. April ermöglichten wir es unseren Gästen, „Betriebsspionage“ zu betreiben. Sie besichtigten Ausbildungszentren mit Schwerpunkt technische Berufe, so die Lehrwerkstätten Basel, die Metallbauschule Liestal und die Login-Lehrwerkstätte in Landquart. Aufschlussreiche Kontakte gab es auch am Eidgenössischen Hochschulinstitut für Berufsbildung in Zollikofen. Zu den vorgestellten Unternehmen gehörte die auf Biomedizinaltechnik spezialisierte Firma Hamilton in Bonaduz; sie bildet u.a. Polymechaniker, Automatiker sowie Elektroniker aus und betreibt viel Aufwand für die Berufsmeisterschaften. Bei der Wirtschaftskammer Baselland gab es eine Einführung in das Verbundsystem.

In Grossbritannien werde das schweizerische Berufsbildungssystem aufs Podest gehoben, erzählte ein Delegationsmitglied: „Es ist für uns fast magic, wie‘s bei euch läuft. Deshalb wollten wir einmal schauen, wie ihr das fertig bringt.“

Ungewohntes Zusammenspiel

England setzt weitgehend auf eine breite schulische Ausbildung. Die Spezialisierung und produktive Tätigkeit erfolgt erst nach dem Berufseinstieg im gewählten Bereich. „Lernende sind heute für die Britischen Unternehmen ein zu grosses (finanzielles- und Sicherheits) -Risiko. Umso erstaunter war die Delegation zu erfahren, dass im dualen System die Lernenden ab dem ersten Ausbildungstag auch produktiv tätig sind und damit den Bezug zur Praxis haben. Das partnerschaftliche Zusammenspiel zwischen Ausbildung und Wirtschaft stiess daher bei den Gästen auf grosses Interesse. Als ausserordentlich empfanden sie zudem die Wertschätzung, welche den handwerklichen Berufen in der Schweiz entgegen gebracht wird.

Die Delegation aus Grossbritannien wirkte bei der Verabschiedung am Flughafen Kloten happy. Das Programm, zu dem auch touristische Elemente wie eine Fahrt mit der Rhätischen Bahn gehörten, hatte offensichtlich gefallen. Mehrere Teilnehmer zeigten sich positiv überrascht über die transparente und offene Information: „Wir haben vor allem seitens der Unternehmen mit Geheimniskrämerei gerechnet und finden es toll, wie viel wir erfahren haben. Der Besuch habe sich eindeutig gelohnt.“

Nächster Besuch steht an

Übrigens: Der nächste Besuch einer britischen Delegation zum Thema Berufsbildung ist bereits terminiert. Das Eidgenössische Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) lädt vom 18. bis 21. Juni zu einer Studien- und Medienreise in die Schweiz ein.

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