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Erste Schritte Richtung Leipzig

28.02.12

90 Schreinerlernende haben die erste Runde der Berufsmeisterschaften überstanden – unter ihnen eine einzige Frau. Im Visier haben sie die WorldSkills Competitions in Leipzig.



Der Qualifikationszyklus für die WorldSkills 2013 hat begonnen. An den Sektionsmeisterschaften im Herbst machten 912 junge Schreinerinnen und Schreiner mit – eine bemerkenswerte Beteiligung. Rund 90 qualifizierten sich für die nächste Stufe. Unter ihnen werden an drei weiteren Wettkämpfen bis im Mai die begehrten neun Plätze der Schreinernationalmannschaft vergeben. Nur die zwei Besten dieser Nationalmannschaft werden nach weiteren Wettkämpfen dann die einmalige Gelegenheit erhalten, in den Berufen Bauschreiner und Möbelschreiner an den WorldSkills Leipzig für die Schweiz anzutreten.

Abwägen zwischen Zeit und Qualität

Eine einzige Frau hat es in die zweite Runde geschafft: Jolanda Jung aus Unteriberg. Weshalb ist der Frauenanteil so gering? Möglicherweise hat es damit zu tun, dass Frauen tendenziell sehr exakt arbeiten wollen und bei der Qualität nur ungern Kompromisse eingehen. Doch genau dieses Abwägen zwischen Zeit und Qualität ist enorm wichtig, wenn man bei Berufswettbewerben vorne mit dabei sein will. Anders als bei einem Kundenauftrag gibt es im Wettkampf nur für ganz bestimmte Kriterien Punkte zu gewinnen. Braucht jemand zu lange für Einzelteile, die nur wenig oder gar nicht bewertet werden, geht viel Zeit verloren.

Für die aktuellen Vizeweltmeister Peter Enzler und Peter Müller ist allerdings klar, dass mehr in die Bewertung einfliesst als die vorgegebenen Kriterien. Der erste Eindruck zählt: Wenn ein Möbel unsauber daher kommt, schauen die Experten genauer hin, wie gut die einzelnen Elemente gemacht sind. Sehen die Oberflächen, Verbindungen usw. auf den ersten Blick hingegen gut aus, suchen sie etwas weniger hartnäckig nach Fehlern.

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