Triumphaler Empfang des SwissSkills-Teams in Kloten

10.10.11

Brandender Jubel, ein Meer von Schweizerfahnen und ohrenbetäubendes Kuhglockengeläut: Rund 1000 Fans, Verwandte und Freunde haben in Kloten die 38 jungen Berufsleute empfangen, die in London an den Berufsweltmeisterschaften den 3. Gesamtrang holten. Mit 17 Medaillen bestätigt die Schweiz ihren Spitzenplatz als erfolgreichste Nation Europas an den WorldSkills.

«Wir alle haben gewonnen, insbesondere aber das duale Berufsbildungssystem», stellte Bundesrat Johann Schneider-Ammann fest, der es sich nicht nehmen liess, den erfolgreichen Wettkämpferinnen und Wettkämpfern persönlich zu ihrem Erfolg zu gratulieren.

„Ich habe da oben vor lauter Euphorie gar nichts mehr gespürt“, beschreibt Andreas Stadlin den Moment, als er zuoberst aufs Treppchen gebeten und mit Teamkollege Christof Schweizer von den rund 10 000 Zuschauern in der Londoner 02-Arena als neuer Landschaftsgärtner-Weltmeister bejubelt wurde. Auf Gold gehofft hatte Stadlin schon, damit gerechnet jedoch ebenso wenig wie 5 weitere aus dem Schweizer Team, die mit dem Weltmeistertitel aus London nach Hause gekommen sind.

„Eine unglaubliche Erfahrung“

So ist die Schweiz neu die Heimat unter anderem des weltbesten Automobiltechnikers, des Weltmeisters im Plattenlegen oder der weltbesten Restaurantservice-Fachkraft, Sabrina Keller aus Heiden: „Es lief wirklich perfekt. Aber ich wusste nie, wie meine Konkurrenten standen, deshalb ist die Goldmedaille trotzdem eine Überraschung“, sagt Keller. Auch der Urner Metallbauer Thomas Zurfluh rechnete nicht mit Silber, nachdem er zu viele Fehler bei seiner Arbeit vermutet hatte: “Mein Glück war, dass die Anderen offenbar dieselben Fehler gemacht hatten“, lacht der Mann aus Isenthal. Maurer Morgan Conus bringt Bronze nach Hause ins Freiburgische Vuarmarens: „Die Medaille ist natürlich der Hammer, aber die WorldSkills selbst waren schon eine unglaubliche Erfahrung und ein Riesengewinn“, strahlt der Westschweizer.

So erfolgreich wie noch nie

6 Gold-, 5 Silber- und 6 Bronzemedaillen bringen die Schweizer Kandidaten und Kandidatinnen aus Grossbritannien mit – damit ist die Schweiz so erfolgreich wie noch nie. Hinter Südkorea und Japan belegt sie den dritten Platz in der Gesamtwertung und verteidigt nach dem 2. Gesamtrang vor 2 Jahren in Kanada ihren Spitzenplatz. „Die Spitze ist so eng, dass ein Rang mehr oder weniger schon beinahe Glückssache ist“, sagt die Leiterin der Schweizer Delegation, Christine Davatz-Höchner.

Tatsächlich kann sich die Schweizer Leistung einmal mehr sehen lassen. „Dieses Resultat belegt, dass das Schweizer Berufsbildungssystem Spitze ist und mit der Weltelite mithalten kann», betont der Technische Delegierte Rico Cioccarelli.

Bundesrätliche Gratulation

Bundesrat Johann Schneider-Ammann hat es sich denn auch nicht nehmen lassen, der Delegation am Montagnachmittag nach ihrer Rückkehr im Zentrum Schluefweg persönlich zu gratulieren. „Wir alle haben gewonnen, insbesondere aber das duale Berufsbildungssystem. Es bietet optimale Voraussetzungen, um die Herausforderungen zu meistern. Wir tragen in Bundesbern dazu Sorge.“

Die Schweiz gehöre diesbezüglich zu den Topnationen, unterstreicht der Vorsteher des Volkswirtschaftsdepartementes. „Es kommt nicht von ungefähr, dass wir weltweit eine der tiefsten Jugendarbeitslosigkeiten ausweisen.“ Unser Land müsse auch in Zukunft innovativ bleiben. Voraussetzung dafür sei, dass Arbeitgeber- und -nehmer am gleichen Strick zögen.

Flexibilität als Trumpf

Euphorisch zeigt sich auch Ursula Renold, Direktorin des Bundesamtes für Berufsbildung und Technologie (BBT). „Meine Zuversicht ist bestätigt worden. Gerade bei schweren Aufgaben können unsere Kandidaten ihre Flexibilität unter Beweis stellen.“ Die Unterstützung in London habe sie beeindruckt. Rund 1000 Schweizerinnen und Schweizer seien dort präsent gewesen.

Hans Ulrich Stöckling, Stiftungsratspräsident von SwissSkills, spricht allen seinen Dank aus, welche die Voraussetzungen für den grandiosen Erfolg geschaffen haben: Berufsverbände, Experten, Lehrmeister, Arbeitgeber und last but not least Eltern.

Moderatorin Linda Fäh legt den Gewinnern nahe, für ihre Medaille einen Ehrenplatz zu suchen. Dies kann durchaus die Garage sein, wie ein Ausgezeichneter schmunzelnd verrät.

Die Medaillengewinner

Gold:
- Thomas Gugger, Plattenleger, Heimenschwand BE
- Gian-Andrea Casaulta, Elektroninstallateur, Vals GR
- Nadja Humbel, Modetechnologie, Weinfelden, TG
- Flavio Helfenstein, Automobiltechnik, Hildisrieden LU
- Sabrina Anita Keller, Restaurant Service, Heiden AR
- Christof Schweizer, Rothrist AG und Andreas Stadlin, Zug ZG, im Team als Landschaftsgärtner

Silber:
- Florian Müller, Sanitär- und Heizungsinstallation, Oensingen SO
- Basil Brunner, Elektroniker, Sirnach TG
- Peter Müller, Möbelschreiner, Herisau AR
- Peter Enzler, Bauschreiner, Appenzell AI
- Thomas Zurfluh, Metallbauer, Isenthal UR

Bronze:
- Pascal Brunner, Konstrukteur, Hosenruck TG
- Andrin Cavegn, Anlagenelektriker, Brigels GR
- Morgan Conus, Maurer, Vuarmarens FR
- Rosina Ebneter, Gipserin/Stuckateurin-Trockenbauerin, Bern
- Jasmin Enzler, Konditorin/Confiseuse, Rapperswil SG
- Jan Züllig, Formenbauer, Egnach TG

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