3. Teamweekend Morges - Bienvenue chez les Welsch…

Team Tagebuch

Das dritte und auch letzte Vorbereitungswochenende vor der WM fand am letzten August-Wochenende auf der anderen Seite des  Röschtigrabens in Morges statt. Wie immer bestand die Möglichkeit, schon am Freitag anzureisen. Dieses Angebot nutzten 12 Kandidatinnen und Kandidaten, darunter auch wir beide.

Nach dem Zimmerbezug gingen wir noch etwas Kleines essen. Das Lokal wurde uns vom Teamleader Thomas wärmstens empfohlen und als international deklariert, was sich später jedoch als Irrtum herausstellte. Mit meinem spärlichen Schulfranzösisch gelang es uns jedoch eine Vorspeise und eine Hauptspeise zu bestellen. Wegen der mit Logos bestickten Team-Softshell Jacke wurden wir während dem Essen befragt, was wir für Sport treiben würden. Zu den  wildesten Spekulationen zählten Vorschläge  wie Nationales Frisbee-Team, Roger Federer‘s Balljungen oder Astronauten Anwärter. Wir wollten keinen falschen Eindruck hinterlassen und erklärten sehr diskret die wahre Geschichte.

Zurück in der Hotelbar gönnten wir uns noch ein kleines Bierchen und staunten nicht schlecht, als wir beim Bestellen des zweiten Bierchens von der Bardame zurückgewiesen wurden. Derselbe Teamleader, der uns auch in das internationale Restaurant geschickt hatte, schloss mit der Bardame einen Pakt, welcher uns verbot, nach 23.00 Uhr etwas zu bestellen. Unser Glück war es, dass Sie um 23.30 Uhr in den wohlverdienten Feierabend ging und der Nachtportier nichts von diesem Pakt wusste. S… happens Thomas..

Samstag

Am Samstagmorgen begann das Programm erst um 10.00 Uhr. Alle 38 Kandidaten vereint, starteten wir in die erste Mentalübung „Skulpturen“. Die Hälfte der Kandidaten formten als Skulpteure die anderen, welche die Skulpturen darstellten. Sinn und Zweck dieser Übung war es, sich mit neuen, unbekannten Situationen anzufreunden, auf neue Techniken einzulassen und sich nicht für belustigende Situationen zu schämen.

Nach einem kurzen Fussmarsch besichtigten wir die École de la Construction Tolochenaz. In dieser Schule sind alle Bauberufe untergebracht. Sie zählt etwa 2000 Lernende und ebenso viele Weiterbildende. Es war interessant, einen Einblick in eine Berufsschule in der Westschweiz zu erhalten. Nach dem Mittag teilten wir uns in zwei Gruppen auf, in welchen wir abwechslungsweise Mentaltraining absolvierten und uns beim Sport austobten.

Etwas Spezielles war das Referat von Marius Robyr, langjähriger Kommandant der Patrouille des Glaciers. Er erzählte uns auf Französisch, worauf es bei der PdG ankommt. Vielfach konnten Brücken zwischen der PdG und der Berufs-Weltmeisterschaft geschlagen werden. Seine gesunde militärische Autorität unterstrich das Referat zusätzlich. Es war eindrücklich zu sehen, welche Hürden die Teams überwinden müssen, um die Patrouille zu meistern.

Das gemeinsame Vorbereiten des Abendessens, das Dekorieren der Tische und des Speisesaals war wiederum ein Bestandteil zur Gruppenbildung. Nach dem Abendessen konnte individuell über den Abend verfügt werden. Manche blieben im Hotel und vergnügten sich beim Kartenspiel und andere zogen los, um die Romandie zu besichtigen.

Sonntag

Tagwacht am Sonntag Morgen - egal welche Ausgangsvariante gewählt wurde - war 08.00 Uhr. Ein kurzes Interview mit dem Romandiebesichtiger S.* zeigte unverständliche Merkmale auf. So war für uns unbegreiflich, warum man nach dieser Sightseeing-Tour einen brummenden Schädel und müde Augen hatte. Wie auch immer; am Sonntagmorgen wurden uns einige wichtige Informationen über das Pre-Camp und die WM gegeben, ehe wir nochmals alle gemeinsam ein Mentaltraining absolvierten.

Damit alle das Regelwerk der WM begriffen, bildeten wir kurzer Hand sechs Gruppen, welche Abschnitte aus dem Werk studierten und den anderen Präsentierten. Dank dem schönen Wetter konnten wir das restliche Programm im Freien beenden. Dazu gehörte ein Geschicklichkeitsspiel: Klötze mussten erst zu einem Turm gestapelt  und danach wieder abgebaut werden. Eigentlich nicht so eine schwierige Sache, doch die Klötze sollten mittels einer Seilkonstruktion aufeinander manövriert werden, die das Geschick von 24 Kandidaten benötigte. Als wäre das nicht schwierig genug, wurde uns zusätzliche Handicaps zugeteilt. So durften wir uns zum Beispiel nicht mehr auf Deutsch verständigen, manche mussten die Augen schliessen und wurden von den anderen dirigiert. Die Geduld verliess uns relativ schnell, als der Turm beim letzten Klotz wieder zusammen fiel. Dank einem kleinen Trick, Thomas hat den Turm mit den Händen wieder aufgebaut, konnten wir dann trotzdem den Turm noch abbauen.

Anschliessend durften wir die Heimreise antreten. Der Abschied dauert jedoch nicht lange, denn am 24. September treffen wir uns bereits wieder zum Materialverlad und am 28. September fliegen wir nach London.

* Name der Redaktion bekannt

Tobias Meyer, CNC Fräser
Raphael Bichet, CNC Dreher