Schweizer Team dreht auf Hochtouren
06.10.11
An den WorldSkills in London ist am 2. Wettkampf so etwas wie Routine eingekehrt. Die erste Aufregung hat sich gelegt - die 11 Frauen und die 27 Männer des Schweizer Teams sind hochkonzentriert bei der Sache.
„Die Anspannung hat sich natürlich nicht ganz gelegt“, sagt Kosmetikerin Natascha Spahr, „so wirklich locker wird man an den Berufs-Weltmeisterschaften aber vermutlich nie“, hält die Kandidatin aus Uetikon am See fest. Dennoch sei der zweite um einiges besser gelaufen als der erste Wettkampftag.
Ähnlich tönt es bei Raphael Bichet, der um den Weltmeistertitel bei den CNC-Drehern kämpft. Zwar ist Bichet am Vortag zeitlich nicht ganz fertig geworden, doch der junge Mann aus Niederglatt war nicht der einzige, also hakt Bichet den Makel ab: „Heute ist ein neuer Tag mit einer neuen Aufgabe.“
Fanclubs inclusive
An den Trubel im „ExCel Exhibition Centre“ im Londoner Eastend haben sich die 38 jungen Schweizer Berufsleute bereits gewöhnt. Viele haben sogar einen eigenen „Fanclub“ von Verwandten, Bekannten und Freunden dabei, die eigens auf die Insel geflogen sind, um ihren Kandidaten oder ihre Kandidatin an den WorldSkills zu unterstützen. Allerdings ist allzu intensive Tuchfühlung nicht unbedingt förderlich, wie Physiotherapeut Daniel Steiner von der Teamleitung sagt: „Manchmal muss man die Fans sanft aber bestimmt davonscheuchen, wenn sich der Kandidat in seiner Box belagert fühlt.“ Überhaupt ist Steiner der „Mann für die besonderen Aufgaben.“ Nachdem einer der Kandidaten am ersten Wettkampftag verschlafen hatte, weckte ihn Steiner am zweiten mit einem ordentlichen „Sprutz“ Wasser ins Gesicht.
Hoher Besuch
In Sachen Sicherheit nehmen die Briten es überaus ernst: alle Besucher müssen eine Sicherheitsschleuse mit Taschenkontrollen durchlaufen. Zumindest am 2. Wettkampftag hatten die Sicherheitsmassnahmen auch eine konkreten Grund: Der britische Premierminister David Cameron besuchte die WorldSkills, nachdem er am Tag zuvor an einer vielbeachteten Rede die Briten dazu aufgefordert hatte, sich von den schlechten Konjunkturaussichten nicht deprimieren zu lassen und die Ärmel hochzukrempeln. Es gibt in Grossbritannien zurzeit vermutlich keinen besseren Ort, wo genau dies gelebt wird, wie an den WorldSkills 2011.
Nicht verpassen!
Das Schweizer Fernsehen bringt in der Tageschau am Freitag 7. Oktober einen Sendebeitrag zu den WorldSkills London.
Achtung SRF hat den Beitrag verschoben; über den neuen Termin informieren wir, sobald wir mehr wissen.
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Team-Tagebuch
Half Time
Schon die Hälfte der WM ist vorbei. Ausser einer Brandwunde und einem hängenden Fingerbeeri gab es nichts nennenswertes im Schweizer WM-Kader! Heute war der Ansturm auf das Excel-Gebäude enorm. Sehr viel Schulen nutzen dieses Ereignis um den Schüler die Berufswahl zu erleichtern.
Fast alle Kandidaten kämpften mit der Zeit, da diese sehr knapp berechnet ist.
Bei uns Gärtnern lief es bis jetzt im Grossen und Ganzen nach Plan. Wobei unsere Pläne nicht mit den Materialien übereinstimmen. So ist z.B. eine Holzunterkonstruktion für eine Brücke nicht mit dem Rost kompatibel. Die ersten beiden Module konnten wir gut und rechtzeitig fertigstellen. Bis morgen Abend sollten die Holzkonstruktionen sowie Schrittplatten fertig sein.
Nach dem Motto „Yes we can“ wird Morgen das ganze Schweizer Team die letzten Hürden auf dem Weg nach Oben nehmen!
Beste Grüsse aus London
Chregu und Andi
Christof Schweizer und Andreas Stadlin, Landschaftsgärtner (Ergänzung der Redaktorin)


















