2. Teamweekend "no limits" in Tenero

Über Glasscherben schreiten, Schnüre zerreissen und Bretter zerschlagen - die Weltmeisterschaftskandidaten und Kandidatinnen wurden im Mai in einem zweitätigen Seminar im Centro Sportivo in Tenero auf Herz und Nieren geprüft.

Das Seminar "No Limits" des Erwachsenen-Bildners und -Trainers Edi Schwertfeger aus Baden ist im Vorbereitungsprogramm des Swiss-Teams für die WorldSkills Competitions ein fester Bestandteil. Mit feinem Humor und viel psychologischem Geschick ermunterte Schwertfeger die Kandidaten und Kandidatinnen, vermeintliche persönliche Grenzen zu überschreiten und scheinbar Unmögliches zu wagen.

Eigene Grenzen überwinden

Die Grenzerfahrungen beim Laufen über Glasscherben und dem Durchschlagen von Holzbrettern sollen den Teilnehmenden Selbstbewusstsein vermitteln und Sie lehren, auch aussergewöhnliche Situationen mit Erfolg zu bestehen. „Gerade weil die Teilnehmenden im Wettbewerb auf sich alleine gestellt sind, ist das Zusammengehörigkeitsgefühl mit der restlichen Schweizer Delegation wichtig“, bestätigt Teamleiterin Jacqueline Mader. „Teamgeist und gegenseitige Motivation sind entscheidend“.

Profis im Hintergrund

Mentale Trainings, Teamaktivitäten und viele gute Tipps der erfahrenen SwissSkills Teamleiter bereiten die 27 Kandidaten und 11 Kandidatinnen auf die stressigen Wettkampftage an der Berufs-Weltmeisterschaft vor und helfen ihnen, mit dem hohen Erwartungsdruck umzugehen. Für die anspruchsvolle fachliche Betreuung sind die beteiligten Berufsverbände verantwortlich. Sie stellen jedem Kandidaten einen Berufsexperten zur bestmöglichen Vorbereitung zur Seite.

Das Tessin drückt die Daumen

Das erste Mal seit 1997 ist wieder ein italienischsprachiger Kandidat im WM Team mit dabei. Etienne Cristini aus Camorino wird die Schweiz als Kältemonteur in London vertreten. „Ein wenig Stolz bin ich schon, dass ich an die Weltmeisterschaften gehen kann“, meinte er bescheiden. Nationalrat Ignazio Cassis und Manuele Bertoli, Direktor des Departements Bildung, Kultur und Sport liessen es sich nicht nehmen, „ihrem“ Kandidaten und natürlich der ganzen Schweizer Delegation im «Convento delle Agostiniane» in Monte Carasso persönlich viel Glück zu wünschen für den Einsatz in London.

 

Team-Tagebuch

Die meisten Kandidaten reisten schon am Freitag ins sonnige Tenero an. Mit der Ankunft der restlichen Kandidaten am Samstagmorgen startete das  das dritte Teamweekend. Edi Schwertfeger führte uns durch den ersten Tag, dessen Höhepunkt der Scherbenlauf war. Diese Herausforderung hat jeder einzelne im Team, ohne Verletzungen gut überstanden. Anschliessend traf sich die Gruppe für die Gruppenfotos und machte sich auf nach Carasso. Dort erhielten wir einen praktischen, mit Namen bedruckten Kugelschreiber von Manuele Bertoli, dem Direktor des Erziehungsdepartements des Kantons Tessin. Das darauf folgende Nachtessen in einem herzigen Tessiner Restaurant war ein schöner Abschluss des ersten Tages.

Der zweite Tag startete ruhig mit einem gemütlichen Frühstück, anschliessend lernten wir mit einigen einfachen Methoden, uns sehr viele Gegenstände und Namen zu merken. Dieses Gedächtnistraining war sehr interessant. In den freien Zwischenzeiten spielten wir oft Volleyball oder sonnten uns auf der Wiese.

Die grösste Herausforderung des Wochenendes aber war der „Bruchtest“. Wir hatten die Gelegenheit eine 28mm dicke Holzplatte mit der eigenen Hand zu zerschlagen. Die meisten Jungs nahmen sogar 2 oder 3 aufeinander gestapelte Platten. Durch die Motivation des gesamten Teams haben wir es geschafft, dass jeder einzelne sich traute auf das Holz einzuschlagen und alle hatten Erfolg!

Die letzte Übung am Sonntag war sogleich auch die beste Teamübung des ganzen Wochenendes. Unsere Aufgabe war, uns im Team von der Vergangenheit in die Zukunft zu bringen. Wir mussten ein mit Fäden durchzogenes grosses Holzgestell durchqueren, ohne diese zu berühren. Mit Hilfe einiger Menschenpyramiden und viel Überlegen gelang uns dies.
Das Wochenende war für alle Teilnehmer ein sehr gutes, spannendes Erlebnis. Auch ein bissen Lebensschule.  Ich denke durch diese Erfahrung sind wir ein sehr eingeschweisstes Team geworden. Vielen Dank an Edi Schwertfeger der uns einen grossen Schritt Richtung Weltmeisterschaft gebracht hat.

Natascha Spahr, Schönheitspflege
Nadja Humbel, Mode Technologie